Unser Sardinien-Urlaub mit Mini-Rosa

„Oh mein Gott, wir fliegen das erste Mal zu Dritt in den Urlaub! Nach Sardinien! Drei Wochen!“ – ein Konglomerat aus unbändiger Vorfreude, Aufregung und Planungswut. Rosalie ist erst zarte sechs Monate (oder, wie man oft liest: 29 Wochen und vier Tage) alt und wird ihren zweiten Auslandsaufenthalt erleben, Jetsetgirl ❤️

Zwei Wochen davor sind wir das erste Mal mit ihr geflogen. Nach Wien, über meinen Geburtstag. Dieses erste Mal (wirklich, jedes erste Mal mit Baby ist so aufregend – nur Eltern verstehen mich an dieser Stelle) haben wir bereits erfolgreich abgehakt. Das ist schon mal eine gute Voraussetzung für Sardinien. Packtechnisch vermisste ich in Wien auch nichts. Ich bin also sozusagen schon Babyurlaubs-Pack-Pro. Brei und Windeln für einen Aufenthalt von vier Tagen sind auch easy eingepackt. Und, ja, genau. Für 21 Tage eben nicht. Und: Wo gibt es da überhaupt Windeln? Verträgt Rosa die Windeln dort? Verstehen wir die Zusatzstoffe auf den Breigläschen? Wo kaufen wir die überhaupt? Aber der Reihe nach.

Wohin soll es gehen?

Dass wir einen längeren Strandurlaub zu Dritt machen wollen, wussten wir ziemlich früh. Aber beim ersten Baby ist eben alles neu und mega aufregend. Und deshalb fingen wir erst mit der konkreten Planung an, als wir sicher im Umgang mit Rosa waren. Als wir wussten, dass wir zu Dritt alles wuppen. Wohin es gehen sollte, dass war uns fast egal. Schön, warm im September, Mittelstrecke, Direktflug. Erst Hotel, dann Airbnb. Erst chillen, dann Alltag in einer kleinen Stadt. Das ist gut fürs Budget und für unseren Individualitätsanspruch. Und, Obacht - wir haben keinen Führerschein. Braucht man in Berlin nicht. Im Urlaub bzw. bei der Urlaubsplanung haben wir aber schon so manchmal geflucht. Infrastrukturell ist so eine Reise bei uns also gern eine kleine Herausforderung. Neu hinzukommt: Man hat unheimlich viel Gepäck mit Baby (Kinderlose Josi bis 02/18: Ja, ist klar, klappt schon alles. Mama-Josi: Glaubt mir, ist einiges. Auto ist schon praktischer.). Und in der Elternzeit ein eingeschränkteres Budget. 

Wir suchten wie immer zuerst nach einem schönen (kleinen) Boutiquehotel, was einigermaßen bezahlbar und gut vom Flughafen aus erreichbar ist. Unsere Traumvorstellung war es sofort, auf Mallorca auf einer schönen Finca zu wohnen – bei der aber, düdüdüdüüüüüüm, der nächste Supermarkt 10km entfernt ist. Oder weit und breit gar nichts zu erleben ist (zu Fuß. Oder der Bus nur zweimal am Tag fährt). Und ja, Meer und Finca schließt sich auch irgendwie aus. Zumindest ohne Auto. Wir fanden Hotels mit 200 Zimmern und Animationsprogramm. Nicht so unseres. Oder ein kleines schickes Hotel, aber – jetzt kommt der Haken: Das schöne Airbnb, in dem wir danach bleiben wollten, war genau auf der anderen Seite der Insel. Und dann wieder 200 km zurück zum Flughafen. 

Ja, und dann fanden wir ein schönes Hotel in der Nähe von Alghero auf Sardinien. Und nach Alghero kann man von Berlin Tegel aus direkt fliegen. 2:20h. Und in Alghero gab es auch ein tolles Airbnb, was noch frei war. Check. Jackpot. 

Packen für eine dreiwöchige Reise mit Baby

Krass. Und herausfordernd. Auch, wenn man zwei 23 kg Koffer hat. Ich würde schätzen, dass 1,5 der Koffer für Rosa waren, ¾ von der Hälfte für mich und.. ja, ein paar Schlüppis für Philipp waren auch dabei. Neben vielen Kleidungsstücken für Rosalie (an schlechten Tagen kann es sein, dass man ein Baby so dreimal umziehen muss. Komplett.) für warme, kalte und mittelwarme Tage und Nächte und Nachmittage und einen eventuell hereinbrechenden Schneesturm, fanden vor allem Pflegeprodukte ihre Berechtigung. Wir packten großzügig Windeln für die erste Woche ein, um einen Puffer zu haben. Klar, dass wir auch während des Hotelaufenthaltes mal in die Stadt fahren und dann auch Windeln besorgen müssen. Und Feuchttücher für die komplette Reisezeit. Und Schwimmwindeln, ein paar Wickelunterlagen, Badeöl, Badethermometer, Shampoo, Nagelschere, Wundcreme, Sonnencreme etc. Und ihren Impfpass, das U-Heft und den Kinderreisepass. Das kam natürlich alles ins Handgepäck. 

Gutes Thema: Rosalies Handgepäck war der Kinderwagen, meins die Wickeltasche. Was wirklich ein super Gadget war, waren Hygienetücher von Mam. So konnten wir im Urlaub Schnullis und heruntergefallene Spielzeuge sicher säubern. Spielzeug. Auch, wenn sie zu der Zeit schon lieber mit Taschentuchverpackungen spielte und die Tic Tacs als Rassel benutzte, nahmen wir ein paar ihrer (unserer) liebsten Spielzeug mit. Und eine kleine Krabbeldecke. Das erwies sich auch als besonders praktisch, da sowohl im Hotel, als auch im Airbnb Steinboden war. Auch, wenn Rosa bereits im Urlaub nicht mehr auf einer Decke blieb, ... naja, wir lagen und saßen ja auch ganz schön viel auf dem Boden. Natürlich nahm ich auch Löffelchen, Lätzchen, kleine Schüsselchen mit und Brei. Gläschen auch für eine Woche, ein paar mehr Obstgläschen, da ich gehört habe, das viele Obstgläschen in Italien mit Zucker zugesetzt sind. Und frosch Baby Spülreiniger in der Reisegröße. Und eine Reisetube von rei (gibts leider nicht als sensitive Variante. Warum eigentlich?). Und, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, das Babyphone.

Fliegen mit Baby

…ist chilliger, als man es sich vorstellt, bevor man das erste Mal mit so einem kleinen Mäusemann unterwegs ist. Wir reservierten auf beiden Flügen mit Easyjet (sowohl nach Wien, als auch nach Alghero) einen Mittel- sowie einen Gangplatz. Letzteren für mich, damit ich schnell aufstehen und mit Rosalie rumlaufen kann, sollte sie das brauchen. So niedlich ist es, dass ihr Handgepäck der Kinderwagen war. Meins meine kleine Rattanhandtasche und die prall gefüllte Wickeltasche – Windeln, Feuchttücher, Wechselkleidung, Dokumente, aber eben auch Spielzeug zur Beschäftigung während des Fluges, Hirsekringel (Rosa liebt sie!), Brei/Lätzchen etc. (zu der Zeit waren wir gerade dabei, lediglich den Mittagsbrei zu etablieren), Schnuller und eine Wasserflasche. Beide letztere Varianten fungierten vor allem dazu, Rosalie den Druckausgleich zu erleichtern. Natürlich war das erste Mittel der Wahl die Brust. Und das funktionierte tatsächlich auf allen insgesamt vier Flügen ihrer bisherigen Jetsetterkarriere ausgezeichnet: Sie schlief dabei ein und verpasste den Start. Auch bei den Landungen hatte sie keine Probleme. Ich gab ihr aber wirklich sofort Wasser, Schnuller oder Brust, sodass es nicht mal dazu kommen konnte, dass sie beim Druckausgleich Probleme bekommt. Wickeln an Board ist auch überhaupt kein Problem, da es einen Wickelbereich gibt. Uns wurde nur fast zum Verhängnis, dass daneben gleich ein Spiegel angrenzt und Rosa außer sich war, als sie das gesehen hat und hinkrabbelte und.. es so wenig Platz gibt und Wickeln ja in dem Alter bei Raketenbabies sowieso schon eine Sache ist, die doch am besten schneller von der Bühne geht. 

Aber: Alles easy, wir haben das gerockt. Auch die Sicherheitskontrolle. Die war tatsächlich aufwendiger, als zu zweit. Da muss man sich nichts vormachen. Wickeltasche vom Kinderwagen ab, Flüssigkeitsbeutel rausstellen, Brei rausstellen, Rosa in Trage, Kinderwagen zusammenklappen, das andere Handgepäck normal behandeln – da kommt man schon ins Schwitzen. Vor allem, wenn man kurz vor Abflug noch das Stillicht in den Rucksack des Freundes quetscht, er das nicht weiß und die Polizei Gefahr wittert (sehr gut, dass sie so aufpassen) und dadurch ca. zehn Minuten den Betrieb lahmlegt. Und gerockt haben wir auch unsere Anfangsverwirrung bezüglich des Kinderwagens, des Handgepäcks und des sicheren Flugs für die Maus. Den Kinderwagen konnten wir bis zum Boarding behalten. Dann klappten wir ihn zusammen und gaben ihn ab. Hinweise dafür erhaltet ihr beim Check-In oder beim Boarding. Ich nahm Rosa dann in die Trage. An Board brachten uns die Flugbegleiter unter anderem einen kleinen Sicherheitsgurt, den ich an meinem eigenen befestigte. Ich konnte Rosa dennoch angeschnallt im Wiegegriff stillen. In der Trage durfte sie nicht bleiben. Beide Flüge waren entspannt. Rosa schlief jeweils eine kleine halbe Stunde und war ansonsten wie immer sehr neugierig und fröhlich.

Fazit: Alles war super, alle Aufregung umsonst. Auch, wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass wir wirklich ein entspanntes Baby haben. Das ist mir bewusst. Was ich euch aber empfehlen kann, damit ihr aus unseren Fehlern lernt: Nutzt eine Universaltasche, die den Kinderwagen beim Transport schützt. Oder wickelt ihn in Frischhaltefolie ein. Oder macht nichts und er ist danach vielleicht leicht ramponiert. Wie wir das eventuell gemacht haben. Ich habe mir wirklich um vieles Gedanken gemacht - außer darum. Naja, jetzt ist ein Stück des braunen Leders eingerissen, etwas abgeschabt. Ärgerlich, aber lässt sich nicht ändern. Denn bei Billigairlines gibt es nur Entschädigung, wenn etwas richtig kaputt ist. Und das war es glücklicherweise bei uns nicht.

Hotel mit Baby

Wir waren neun Tage im schönen Hotel deii Pini direkt am Strand mit türkisblauem, flach abfallenden Wasser (oh man, ich schreibe das gerade an einem tristen Novembertag). Ein kleineres Hotel ohne Animationsprogramm, mit Halbpension, Strand, Pool und nur zehn Minuten mit dem Taxi vom Flughafen entfernt.

Genau unser Ding. Leider nicht unser Ding war, dass der Balkon unseres ersten Zimmers direkt neben dem Pool war, der an diesem Tag für eine Hochzeit reserviert war. Party bis tief in die Nacht. Richtig cool für das Hochzeitspaar, richtig uncool für uns mit kleinem Baby. Deshalb wechselten wir das Zimmer und bekamen eins mit direktem Zugang zum Garten und zum Meer. Auch super praktisch, um den Kinderwagen auf der Veranda zu parken, wenn wir zum Essen gegangen sind und zurückkamen. Wir hatten ein Zimmer, klar. Und wenn Rosa schlief, mussten wir natürlich sehr Rücksicht nehmen. Das ist auf jeden Fall eine kleine Umstellung, wenn man die Situation mit der von zu Hause vergleicht. Da schläft sie im Schlafzimmer, was durch Flügeltüren mit dem Wohnzimmer verbunden ist, in dem wir uns dann meist aufhalten. Darüber haben wir beim Buchen gar nicht nachgedacht. Das ist uns dann das erste Mal in unserem Doppelzimmer in Wien aufgefallen.

Rosalie war hier das erste Mal im Meer. Und sie hatte so einen Spaß, als wir abwechselnd mit ihr durchs Wasser gerannt sind (es ist so flach, so super!). In ihrem UV-Anzug mit dem rosa Sonnenhut. Das waren echte und ehrliche Marmeladenglasmomente, für die es sich zu leben lohnt. Niemals werde ich das vergessen. Diese kleine Schnubbelmaus. Wie sie lacht, wie sie quietscht und das Wasser beobachtet.

Rosa stellte sich am Sandstrand das erste Mal so richtig an eine Liege, wollte fortan sehr viel stehen und begann richtig zu krabbeln. In Berlin krabbelte sie auch schon, wechselte aber immer mal wieder zum Robben. Aber hier gings ab. Auch für uns als Paar. Denn das erste Mal seit ihrer Geburt waren wir ohne sie im Restaurant. Das Hotelrestaurant war nur zwei Minuten fußläufig entfernt, wir hatten das Babyphone dabei (das aus unerfindlichen Gründen nicht ging, weshalb wir eine App nutzten) und waren aufgeregt. Ich mehr als Philipp. Hab sogar kurz geweint. Unsere Mausi liegt da im Zimmer, schläft im Babybett und wir gehen essen. Einfach so. Habe das aber ziemlich schnell für gut befunden und so konnten wir jeden Abend zusammen essen gehen. 

Oder auch, wenn Rosa mittags schlief und wir am wirklich immer leeren Pool waren, gingen wir dann zusammen baden. Wir früher. Nur eben mit ständigem Blick auf den Kinderwagen. Hat sich irgendwie so verboten angefühlt. Zeit für uns. Zu zweit und zu dritt. Unvergessliche Momente, Entspannung. Ein Urlaub für die Ewigkeit. Schon nach einer Woche, ich bin mir sicher.

Außer Zeit am und im Meer und Pool zu verbringen, haben wir uns beispielsweise kleine einsame Buchten in der Nähe des Hotels angeschaut (wo wir nicht baden konnten, weil man ein bisschen klettern musste), waren auf einem Wochenmarkt in einem kleinen Dorf und sind mit dem Bus in die Altstadt von Alghero gefahren. Wir brauchten ja ziemlich bald Brei und Windeln. 

Und das gibt es auf Sardinien in Apotheken. Dort gibt es alles für Babies: Schnuller, Spielzeug, Nahrungsmittel. Das sind richtige kleine Supermärkte. Sogar Schuhe verkaufen sie. Wir fanden eine Apotheke, in der es Hipp-Breie gab. Und damit auch Obstbreie ohne Zuckerzusatz und Gemüsegläschen mit Kartoffel. Die anderen Gläschen enthielten fast ausnahmslos entweder nur Fleisch (Es ist nicht so, dass Rosa niemals Fleisch essen soll. Aber zu der Zeit einfach noch nicht. Und kein Kaninchen (ich esse ja gar kein Fleisch, aber Kaninchen oder Hase habe ich noch nienienie im Leben gegessen!) oder Pferd. Ja, das gab es dort.) oder nur Gemüse. Und leider immer irgendwelche Zusätze. 

Windeltechnisch testeten wir Huggies Bimbo, die anallergischen Windeln Nappynat und Chicco. Rosa vertrug alle. Empfehlen kann ich die Huggies und die von Chicco. Die Nappynet-Windeln waren die teuersten und unsere erste Wahl. Aber leider hielten sie nicht richtig dicht und lösten sich vor allem teilweise auf. Vor Pampers hatte ich etwas Respekt, weil ich im Vorhinein hörte, dass sie in Italien sehr stark parfümiert seien. Also, summasummarum (ich bin so müde, das sieht aus wie "sumsumsum, Bienchen summ herum") alles cool. Man kann noch so viel planen und sich Gedanken machen. Wie Philipp immer sagt: "Einfach machen" und, ja, das lief ja dann auch alles super und reibungslos. Die Windel- und Breibeschaffung war meine größte "Sorge" - denn das war das einzige, was ich hier in Deutschland im Vorhinein weder besorgen noch recherchieren konnte. Auch, wenn mir ganz liebe Leute auf Instagram diesbezüglich ihre Italien- oder sogar Sardinientipps nannten. Danke nochmal dafür. Diese Community, ihr, seid Gold wert. 

Aber was wir eben auf jeden Fall hatten war Zeit. So toll. Vor allem mit Baby, wo einfach eine strikte Planung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Minimenschen schwieriger möglich ist. Es war perfekt, wie es war. Wirklich. (Oh man, ich will gleich wieder weg!)

Fazit: Wir hatten eine gute Zeit im Hotel dei Pini und insgesamt die ersten neun Tage. Der Strand war der Hammer, die Hotelmitarbeiter waren nett, wir haben uns wohlgefühlt. Dennoch war das Hotel nicht mehr auf dem neuesten Stand und das Preis-, Leistungsverhältnis stimmte unserer Ansicht nach nicht ganz. Man könnte viel mehr aus dem Hotel machen, bei dieser Lage, echt verrückt. In meinem nächsten Leben kümmere ich mich um solche Hotelperlen. Tatsächlich waren wir das erste Mal nach einem Hotelaufenthalt nicht wirklich traurig, als er endete. Vielleicht auch, weil es ja nun noch 12 Tage weitergehen sollte. Zu Dritt. In Italien. So toll!

Airbnb mit Baby

Wir konnten mit dem Bus vom Hotel dei Pini in die Altstadt Algheros fahren. Das dauerte ca. 15 Minuten und kostete 1,50€. Mega cool. Und so fuhren wir mit dem Kinderwagen, zwei Koffern und Baby in der Trage los, liefen durch die kleine, zuckersüße Altstadt (Ihr müsst euch Alghero anschauen!) in unser Airbnb und checkten ein. Wir übernachteten 12 Nächte in der Casa Duccio. Ein modernes, gepflegtes Ein-Raum-Apartment mit Küche und Bad mitten in der Altstadt. Der so liebe Host hat uns viele Tipps für Strände und Restaurants gegeben, eine Stadtkarte, uns mehrmals gesagt, wie süß Rosa ist & uns extra noch ein Babybett besorgt. Und auf Nachfrage vor Ort sogar noch einen Hochstuhl für Rosa! Gegenüber unserer Ferienwohnung war beispielsweise eine kleine Bäckerei, in der wir jeden Morgen frische Brötchen gekauft haben. 

Und nebenan eine Crepéria. Schon als wir eincheckten, grinsten uns Alessandro und Luca an, schäkerten mit Rosa und strahlten. Und so ging das nun jedes Mal, wenn wir rein- oder rauskamen. Wir erzählten bald miteinander, sie passten kurz auf Rosa auf, als ich fix was im Apartment holen musste, wir lachten viel. Ach, es war so schön. So schön, Spoiler(!), dass sie Rosa etwas zum Abschied schenkten, als wir auscheckten und ich weinen musste. Ach, diese Beiden. Und Stefania, bei der ich mir mein Urlaubskleid kaufte. Potata!

Und diese kurze Anekdote erzählt einfach so viel mehr, als ich es in Worte fassen kann. Soviel mehr über unsere drei Wochen auf Sardinien. Diese Wärme, dieses Zuhausegefühl. Wir hatten Zeit zusammen. Es war alles so entschleunigt. 

Im Hotel machten wir zu Dritt Urlaub. In Alghero versuchte Philipp, jeden Vormittag ein, zwei Stündchen zu arbeiten. Wir frühstückten immer zusammen (ja, wir sind solche, die trotz Baby niemals vor zehn das Haus verlassen). Dann gingen Rosa und ich am Meer spazieren, durch die kleinen Gassen, erledigten manchmal etwas (kleine Einkäufe, Bustickets kaufen, shoppen) und kamen zum Mittagsbrei wieder ins Apartment. Danach verbrachten wir den Tag wieder zu Dritt. Meist unternahmen wir dann etwas. Aber ganz ohne Druck. Denn, wir hatten ja Zeit. 

Wir fuhren mehrmals mit dem Bus an einen schönen Pinienstrand, besuchten die Grotto di Neptuno, gingen spazieren, essen – essen. 

Oh ja, Pizza und Eis essen. Jeden Tag (nur Eis. Warum eigentlich?). Ich kann euch die Gelateria del Corso empfehlen. Da gibt es Rocher-Eis! Mein allerliebstes Eis war Kinder Country. Ich. Gehe. Kaputt. Wenn. Ich. Nur. Daran. Denke. Und ja, das jeden Tag. Es war eine Art Alltag, an den ich mich gewöhnen könnte. Nicht nur wegen der Gelateria. Ich kannte gefühlt jede Ecke. Überall lachten uns Menschen an. Ich fand immer wieder nach Hause (ja, die Altstadt ist jetzt nicht so groß, aber mein Orientierungssinn eben auch nicht). Es war das für uns perfekte Urlaubsmodell, um länger unterwegs sein zu können.

"Jetzt sitzen wir (ohne!) Dosenbier in Sardinien auf'm Dach

Die Tenöre aus der Stadt schicken 'n bisschen Kitsch mit in die Nacht

An jedem ander'n Ort, an jedem anderen Tag

Hätten wir die Schönheit satt

Und schnell wieder kaputt gemacht" (Fynn Kliemann, Sardinien)

Sardinien mit Rosa

… werden wir nie vergessen. Es war unglaublich schön, intensiv und entspannt. Ich kann mir kein anderes Ziel für den ersten großen Urlaub zu Dritt vorstellen. Eine große Empfehlung unsererseits! Italien mögen wir sowieso sehr gern. Aber Italien mit Baby ist so wunderschön, das müsst ihr erleben. Diese Herzlichkeit, diese Wärme, diese Familienfreundlichkeit sucht ihresgleichen (und findet sie nicht). Rosalie wird wirklich sehr beachtet, angelacht und wir bekommen viele Komplimente für sie, aber das ist alles kein Vergleich zu dem, was wir in Alghero erlebt haben und für immer im Herzen behalten. Ja und das Essen, wisst ihr Bescheid, ne? Und dieses Baby ist sowieso die coolste Lady in town und das klappt alles schon ganz gut mit uns. So gut, dass wir während meiner Elternzeit noch einmal länger verreisen wollen. Wohin, dass wissen wir noch nicht. Aber das ist eigentlich auch ganz egal. Hauptsache, wir sind zusammen. Klingt cheesy. Ist es vielleicht auch. Was es aber ist, es ist wahr.